Innovation im Klassenzimmer

Liebe Schülerinnen und Schüler. Mit Blick in die Zukunft muss ich sagen, dass ich nur wenig weiss. Genau genommen weiss ich gar nichts. Eigentlich nur eines: Die Welt von morgen wird anders aussehen als heute. Sie wird Herausforderungen für euch bereithalten, die wir uns heute noch nicht mal vorstellen können. Auf diese Herausforderungen sollten wir euch vorbereiten und euch befähigen, sie lösen zu können. Nicht mit den Werkzeugen der Vergangenheit, sondern mit Werkzeugen, die ihr erst selbst erfinden müsst. Deshalb plädiere ich für „mehr Innovation im Klassenzimmer und an Schulen“!

Die Welt, wie wir sie heute kennen, wird es in 10 Jahren nicht mehr geben

„Es ist schwierig, Szenarien zu entwerfen. Besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Das ist ein bekannter Gassenhauer unter Zukunftsforschern und Innovations-Experten. Wie die Zukunft genau aussehen wird, das weiss niemand so wirklich. Es gibt Trends, doch die Geschichte lehrt uns, dass dann doch alles anders kommt. Doch etwas unterscheidet uns von den vergangenen Generationen: Die Schnelligkeit und die Komplexität, die im Kontext der Digitalisierung exponentiell zunimmt.

Unser gemeinsames Problem: Niemand kann uns auf diese Zukunft wirklich vorbereiten. Am allerwenigsten können das Lehrerinnen und Lehrer, die sich nach wie vor dem Smartphone und dem kreativen Denken verweigern, und die nichts anderes von der Welt gesehen haben als die Schule (als Schüler, in der Lehrerbildung, wieder in der Schule als Lehrer). Reine Fachkompetenz wird zunehmend obsolet, da wir alles Wissen im Internet 2.0 (wie das wohl aussehen wird?) finden werden. Die Schlüsselkompetenz der Zukunft ist aus meiner Sicht eindeutig die Innovations-Kompetenz der jungen Generation. Diese Kompetenz wird darüber entscheiden, ob die junge Generation, welche heute noch die Schulbank drückt (wozu eigentlich Schulbänke?), fähig ist, die komplexen Problemstellungen der Zukunft zu lösen.

 

Was ist Innovation wirklich?

Innovation ist nicht gleichbedeutend mit Kreativität und tollen Ideen. Innovation ist eine umfassende Disziplin und eine Geisteshaltung, bei der es darum geht, reale Problemstellungen von definierten Ziel- oder Kundengruppen besser, schneller und günstiger zu lösen als dies herkömmliche Lösungsvarianten tun könnten. Am Anfang jeder Innovation steht daher immer eine „Innovations-Challenge“. Zum Beispiel: Wie könnten wir Kinder und Jugendliche anders, besser, günstiger, schneller auf die Zukunft vorbereiten als es die Schule tut.“ Das nur als Beispiel, natürlich J

Aus dieser kurzen Definition zeigen sich die positiven Kompetenzen, die in der Innovation vorausgesetzt werden, respektive die Schülerinnen und Schüler im Klassenzimmer in der Auseinandersetzung mit Innovation lernen würden: Empathie und Einfühlungsvermögen; Neugierde, Kreativität und outside the box Denken; Sozial- und Teamkompetenz, usw. Also ziemlich viele Kompetenzen, die im Lehrplan 21 vorgesehen sind und die junge Generation auf die Zukunft vorbereiten sollen.

 

Innovation gehört ins Klassenzimmer und an Schulen

Aus diesen Gründen bin ich überzeugt, dass wir unseren Kindern bereits im frühen Alter, die Innovations-Kompetenz zugänglich machen sollten. Das Ziel dabei ist weniger die Beherrschung des Innovations-Werkzeugkastens, sondern viel mehr die Entwicklung des entsprechenden „Innovation Mindset“. Eine Geisteshaltung und Fähigkeit, Problemstellungen erkennen zu können und diese mit einer neugierigen „let’s do it“ Haltung anzupacken.

 

Wie Innovation an Schulen und Unis entwickeln

Was können wir also tun, dass Innovation trotz den Vorgaben von Lehr- und Studienplänen in die Klassenzimmer und auch in die Aulas der Universitäten gelangt? Lassen sie mich die Frage als Innovations-Challenge formulieren: „Wie könnten wir dafür sorgen, dass (1) Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, (2) unter Berücksichtigung der juristischen Vorgaben und Lehrplänen (3) Innovationskompetenz entwickeln, (4) damit sie die Herausforderungen der Zukunft souverän lösen können.“ 1=Kunde, 2=Rahmenbedingungen, 3=Lösung, 4=Nutzen

Ideen gäbe es Tausende. Hier eine Auswahl:

  • Lehrpersonen für die realen Herausforderungen der Zukunft sensibilisieren, indem für den direkten Austausch mit der Wirtschaft gesorgt wird.
  • Innovations-Weitbildungen für Lehrpersonen und altersgerechte Weiterbildungen für Schülerinnen und Schüler in Innovation durch Innovations-Experten.
  • Innovation Facilitators oder Ideenbüros für Schulen, zur Unterstützung bei der Lösung von internen Herausforderungen. Zum Beispiel, wie könnte man die nächste Projektwoche oder Lehrerweiterbildung gestalten?
  • Anstatt der Bearbeitung von theoretischen Projekten, reale gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen mithilfe von Innovations-Methoden bearbeiten.

Die Ideen für mehr Innovation im Klassenzimmer und an Schulen haben keine Grenzen (wozu eigentlich ein Klassenzimmer?). Das Allerwichtigste scheinen mir jedoch der Wille und die Überzeugung der Lehrperson und der Schulleitung. Sie haben es in der Hand, ob sie ihren Schülerinnen und Schüler den Zugang zum Potenzial von Innovation zugänglich machen wollen. Denn ich kenne genügend Unternehmen, die bereit sind solche Kooperationen für eine nachhaltige Zukunft zu fördern. Denn jeder CEO hat auch Kinder. Und die gehen auch zur Schule. Und auch die werden vor denselben Challenges stehen wie deine Kinder. Mit Blick auf die Zukunft haben wir also alle dasselbe Interesse: mehr Innovation ins Klassenzimmer und an die Universitäten, damit unsere Kinder jede Herausforderung lösen können, die sich ihnen stellen wird. Das wünsche ich mir.

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